Matthias - Meine Eltern sind glücklich

 

Erst mal sag ich Hallo.

Ich bin der Matthias, am 16.03.1985 wurde ich in die Welt gesetzt. Als ich auf der Welt war, waren sich meine Eltern natürlich nicht bewusst, dass ich gehörlos bin ( vielleicht habe ich mehrmals versucht, es ihnen zu sagen mit dem Babygeschrei J ).

Im Laufe der Zeit bemerkten meine Eltern, dass etwas nicht mit mir stimmte, so waren wir traditionsgemäß beim Arzt, daraufhin ist diagnostiziert worden, dass ich gehörlos bin. Selbstverständlich waren meine Eltern geschockt, da sie sich nicht vorstellen konnten, wie es ist, nicht hören zu können.

Meine Eltern informierten sich über die Gehörlosigkeit, bis sie herausfanden, dass man mittels Gebärdensprache miteinander kommunizieren kann. So kamen meine Eltern in einen Gebärdenkurs, lernten die Sprache der Gehörlosen kennen, genauer gesagt die lautsprachbegleitenden Gebärden ( LBG ). Seit der Zeit kommuniziere ich mit meinen Eltern per LBG. Heute beherrsche ich LBG und DGS.

Ich bin aufgewachsen in einer hörenden Familie, in der alle hörend sind, und ich bin der einzige, der nicht hören kann. In meiner Nachbarschaft konnte ich mit den hörenden Kindern zusammen spielen, die Kommunikation war aber auch schwierig. Aber es hat Spaß gemacht, weil sie Verständnis hatten für meine Gehörlosigkeit. Später wollten einige Kinder die Gebärdensprache lernen, was die Kommunikation um vielfaches vereinfachte.

Dann bin ich in den Gehörlosen-Kindergarten gekommen, dort konnte ich ebenfalls kommunizieren, und da die Erzieher/innen die Gebärdensprache beherrschten, gab es auch kein Problem für mich, mit die Erzieher/innen zu streiten.

Nach der Kindergarten-Zeit kam ich in die Gehörlosenschule. 2001 die Hauptschulreife, 2004 die mittlere Reife, und im Moment FOS-Besuch.

Na, ich bin gehörlos und bin zufrieden.

Auch wenn es manchmal schwierig war, mich in der hörenden Welt durchzusetzen. Aber es ist für mich selbstverständlich! Ich bin so auf die Welt gekommen, und so werde ich auch sterben.

Liebe Eltern, wie ich von meiner Eltern weiß, ist es natürlich am Anfang nicht einfach, wenn man einen gehörlosen Sohn oder Tochter hat. Aber meine Eltern sind glücklich!

Und ich muss zugeben, ich wäre enttäuscht gewesen, wenn meine Eltern mich nicht so akzeptiert hätten, und mir ein Cochlea Implantat gegeben hätten. Wir, die Gehörlosen, können lachen, weinen, glücklich sein, traurig sein und so weiter.

Wir können mit dem Auto fahren. Wir können arbeiten. Wir können lernen und so weiter. Wir können nur nicht hören, das ist der einzige Schwachpunkt.

Mit gebärdensprachlichen Grüßen,

Matthias



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